Das ging ja schneller als erwartet mit dem Vollzug meiner Hobby-Auflösung:
(Vorgeschichte: vor ein paar Tagen unser caprigoldfarbenes Sommersonnencabrio hier und anderswo inseriert: http://www.lebaron.de/forum3/viewtopic.php?f=11&t=6976)
Der erste anwesende Interessent, ein gleichaltriger “junger Mann” aus Lübeck (anderes Ende der Republik!), heute Mittag mit dem Flugzeug angekommen, kaufte Weibis Lieblingsauto/erstes eigenes Auto (Führerscheingeschenk), den caprigoldfarbenen LeBaron, quasi vom Fleck weg, nach Sichtung meiner mittlerweile recht umfangreichen Dokumentensammlung zum Fahrzeug und kurzer Besichtigung des leicht havarierten Unfallwagens ohne TÜV in der dämmrigen Tiefgarage sogar ganz ohne Probefahrt.
Die zweifarbige weiß-weinrote Innenausstattung sei nur 200 mal ausgeliefert worden und nahezu nirgendwo mehr erhältlich, unsere gültige Euro-2-Eintragung mittels Kaltlaufregler heutzutage nicht mehr möglich, wusste der Baron-Kenner und Besitzer von bisher 4 Baronen.
Er habe unzählige Baron-Teile Zuhause, Wiederherstellung unseres Exemplars kein Problem. Sein eigener Baron ist lt. Handy-Foto sage und schreibe ein exakter Doppelgänger unseres Modells (Motor, Originallack und sogar die 2-Farb-Innenausstattung)!
Tja, das eine spricht für einen Wiederaufbau, das andere eher für eine Schlachtung – Einkauf nur wegen der nicht mehr erhältlichen Sonder-Innenausstattung, die unserer mit seinem Schätzchen teilt? Er hält sich bzgl. Zukunftsplänen bedeckt.
Aber trotz der Ungewissheit über die Zukunft unseres hübschen Cabrios war es sehr angenehm, endlich mal ein Verkaufsgespräch mit einem Markenkenner führen zu können, wo auf die verschämten Hinweise des Verkäufers (ich) auf diese und jene Unzulänglichkeiten der Käufer (!) abwiegelt mit Hinweisen auf Alter des Fahrzeugs und Ami-typische “Unzulänglichkeiten ab Werk”. Normal kenn ich das bei Autoverkaufsgesprächen immer andersrum!
Wie meine Frau und ich damals vor 5 Jahren – der Mann wollte das Auto einfach!
An der Zulassungsstelle noch ein bisschen Theater mit der neuen Regelung, dass der norddeutsche Käufer bei uns in Freising kein Kurzzeitkennzeichen bekommen kann, weil es von der HEIMAT(!)-Zulassungsstelle besorgt werden müsse, aber nach intensiven Telefonversuchen holte sich die Zula-Chefin die Einwilligung von ihren norddeutschen Kollegen, entgegen dieser irrsinnigen Regelung nun doch dem Käufer unseres Barons ein Kurzzeitkennzeichen auszustellen (alternativ hätte ICH das KZK auf mich anmelden müssen, allerdings dann offiziell unter Nennung seines Namens als Verwender an meiner statt – da soll noch jemand durchblicken!). Immerhin war er ganz begeistert von den Folklore-Dirndln, die sämtliches Zula-Personal jetzt zur Wiesnzeit hier trägt!
Dann hat sich der Käufer in großem Vertrauen auf unser gehegtes Tiefgaragen-Schätzchen in die 7-stündige fast-1000-Kilometer-Fahrt in Richtung Lübecker Hinterland gestürzt – das größte Abenteuer für unseren “goldenen Reiter” in den letzten 5 Jahren!
Die sogleich beim Bankschalter erledigte Rückführung unserer Kontoüberziehung um die erzielten 1100€ nach seiner Abreise hat meine Wehmut nur ganz leicht gelindert...
Andererseits haben wir mit 2 kleinen Kindern auch in nächster Zeit keine sinnvolle Verwendung für ein Cabrio, vom Aspekt des nichtvorhandenen Budgets für die Unfallreparatur ganz zu schweigen.
Daher wünschen wir - mit einem lachenden und einem tränenden Auge - den beiden eine wunderbare Zukunft miteinander!
Aufgrund seines angeblich riesigen Ersatzteil"lagers" brauchte der Käufer praktisch gar keins von meinen LeBaron-Teilen - daher werde ich euch im Forum zumindest noch so lange erhalten bleiben, bis ich alle meine Neu- und Gebrauchtteile zusammengeschrieben, fotografiert und inseriert habe.
Gruß
Willi














