Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

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Jag Daniels
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Jag Daniels »

Hoi Hoggi


Du hast mich ertappt! Hab vergessen die Quelle der Zeichn. anzugeben. Die Zeichnung stellte mir liebenswürdigerweise folgender Mann zur Verfügung:

Bild

Er weiss sicher noch viel mehr ... oder denkt sich so seine Sachen ...


Für dich werd ich morgen extra mal die Stifte am Ende des Gestänges aushängen und schauen, ob sich der Motor bei Betätigung des Lichtschalters so lange weiterdreht wie der Dalai Lama wiedergeboren wird..


Bis morgen, Gruess Jag


Edit: hab also den Stecker zum Motor abgehängt und ein Multimeter mit akkustischem Signal angeschlossen. Beim Betätigen des Lichtschalters piepst es ne Zeitlang... und hört dann wieder auf. Ca. so lange wie die Klappen zum Öffnen/Schliessen brauchen. Endabschaltung wird also def. nicht durch die Röllchen gesteuert.

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xedos
Beiträge: 2355
Registriert: Do 15. Feb 2007, 20:36

Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von xedos »

Hehe, ich möchte die ganze Diskussion ja nicht noch einmal aufkochen.
Aber ich dachte mir, dieser Link passt gut hier rein.

http://www.agcoauto.com/content/news/p2_articleid/153

Beschrieben ist dort die Funktion der Röllchen in der Motor/Getriebeeinheit vom Fensterheber.
Dies ist aber das gleiche Prinzip wie bei dem Klappenmotor.
Da ich meinen Motor gerade instand gesetzt habe, hatte ich hier im Forum viel gelesen.

Von Rutschkupplung, bis Sicherheitkupplung war ja viel dabei. Ich möchte das auch nicht noch mal bewerten.

Hier ist allerdings die Rede von einem simplen Antrieb, bei dem einfach sichergestellt wird, dass bei leichtem Versatz das alles noch funktioniert... :)

"Window motor drive clutches
...
The driven gear attaches to the regulator-drive gear, often using drive rollers. These rollers allow for any slight misalignment, smooth window travel and quite power window operation. ..."
Grüße aus Hannover
Andreas
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tom
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Registriert: Sa 10. Mär 2007, 19:22

Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von tom »

Meine Erfahrung:

Einen Holzstab aus härterem Holz im richtigen Durchmesser in der passenden Länge; 3 Stücke -> hält sehr sehr lange.
Le Baron 2,2 GTC ,Turbo II, Bj. 1989

Hoggi
Beiträge: 1890
Registriert: So 4. Mär 2007, 08:23

Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Hoggi »

Hallo Tom,
ja, das funktioniert, anscheinend längere Zeit. Allerdings blockiert der E.-Motor in Endstellung. Dadurch können langfristig Komponenten zerstört werden, z. B. dieses große weiße Zahnrad.
Daher der Vorteil einer Rutschkupplungsfunktionalität (100 Punkte beim SCRABBLE).
Dieser Thread beißt sich übrigens gerade in den Schwanz.
H.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

Stuttgarter1975
Beiträge: 116
Registriert: Mo 12. Apr 2010, 18:38

Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Stuttgarter1975 »

Hallo zusammen,

ich will auch mal meinen Senf dazugeben, nachdem ich vor einiger Zeit meinen Klappenmotor repariert habe. Eine Rutschkupplung ist das Ganze definitiv nicht, da hier nichts durchrutschen kann. Der Hintergrund dieser Konstruktion ist sicherlich darin begründet, dass der Elektromotor über den Schneckenantrieb gewaltige Kräfte auf das große Zahnrad ausübt, das dadurch leicht beschädigt werden könnte wenn der Motor nicht exakt im richtigen Moment aufhört zu drehen (Klappen ganz auf bzw. ganz zu.).
Daher stimmt xedos' Aussage vom "simplen Antrieb, bei dem einfach sichergestellt wird, dass bei leichtem Versatz das alles noch funktioniert" ganz exakt.

Ich hatte mir übrigens für kleines Geld in der Bucht ein passendes Rundmaterial besorgt und davon 3 "Röllchen" abgesägt, funktioniert zuverlässig.
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boomi09
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von boomi09 »

Hallo zusammen,

ich habe ebenfalls 3 Alu-Röllchen drin, funktioniert tadellos seit 2 Jahren.

Ich könnte mir vorstellen dass diese ominöse "Rutschmotor"-Funktion ursprünglich dafür gedacht war, falls mal eine Hand zufälligerweise beim Schließen der Scheinwerferklappen dazwischen hängt, dass dann der Motor durchrutscht, damit die Hand nicht gequetscht wird...? Ich probiere das mit meinen Alu-Röllchen lieber nicht aus... 8)
LG vom Rob

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Hoggi
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Hoggi »

Denkt mal scharf nach:
Wenn man das Getriebe zerlegt und wieder zusammenbaut, kann es sein, daß die Klappen auf halbmast hängen. Dann einfach 2x oder 3x das Licht an und ausschalten und die Klappen sind kalibriert.
Das geht nur, weil der Motor eben nicht nach einer exakten Anzahl von Drehungen aufhört, sondern noch ein Weilchen weiterdreht. Und DAS geht nur, wenn in Endstellung diese Röllchen sich soweit zusammendrücken lassen, daß die Kupplung mehrmals durchrutscht.
Na???
So, jetzt seid Ihr alle alle endlich endlich überzeugt. Das glaube ich ganz fest. Ihr dürft "Meister" zu mir sagen.
Schönen Gruß,
H.
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Stuttgarter1975
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Stuttgarter1975 »

Lieber Hoggi,

ohne Dir zu nahe treten zu wollen: Das ist Unsinn! Wenn die Röllchen nicht gerade aus Gummischlauch sind, sondern -wie vielfach hier verwendet- aus Alu, Holz oder Hartplastik, lassen sich diese kein bisschen verformen und ein Durchrutschen wird damit absolut unmöglich. Ich gehe davon aus, dass der Motor mit Betätigung des Lichtschalters einfach für eine bestimmte Zeit mit Strom versorgt wird, die so bemessen ist, dass es gerade reicht, die Scheinwerferklappen ganz auf bzw. ganz zu zu machen. Wenn die Klappen wie von Dir beschrieben nach einer Reparatur auf Halbmast hängen und man schaltet dann das Licht ein, wird der Motor eben etwas länger mit Strom versorgt als nötig, was dazu führt, dass er für einen kurzen Moment blockiert, wenn die Klappen dann ganz offen sind. Deswegen geht ein Elektromotor nicht gleich kaputt, zumal im Normalfall diese Zeit, in der die Klappen am Anschlag sind und der Motor noch Strom bekommt, ein vielfaches kürzer ist. Und genau aus diesem Grund ist das Getriebe so aufgebaut, wie es ist: Durch diese "Röllchenkonstruktion" gibt es quasi keinen harten, schlagartigen Anschlag, wenn der Motor die Klappen ganz auf- bzw. ganz zu gemacht hat. Wäre das alles starr, würde es in kurzer Zeit das Getriebe zerbröseln und / oder den Motor beschädigen.
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boomi09
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von boomi09 »

Denke ich auch!
Ich habe nach der Zerlegung einfach alles wieder korrekt zusammen gebaut, dann stehen die Klappen auch nicht halb offen!
LG vom Rob

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arnd
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von arnd »

Ich glaube man sollte unbedingt mal ein Mikrocontrollergesteuertes Klappenüberwachungssystem bauen um jegliche zu kurze und zu lange Laufzeit dieses armen Klappenmotors zu unterbinden. Dann ist der Reibungskoeffizient der Röllchen auch halbwegs egal... :lol:
Alternative: Wir bauen wie beim alten Opel GT auf Handbetrieb um :shock:
:ironie:

Gruß Arnd
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boomi09
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von boomi09 »

:mrgreen:
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Hoggi
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Hoggi »

Lieber Stuttgarter und Co. !
Die aufwendige Konstruktion des Getriebes mit diesem gerundeten Inneren macht doch gar keinen Sinn (= echter Unsinn!), wenn die Original-Röllchen damals nicht so weich gewesen wären, daß sie bei höherer Kraft durchrutschten !
Und bedenkt: Die vielen E-Motoren auf der Erde laufen ja alle ein bißchen unterschiedlich schnell, bei Alterung erst recht und bei Kälte/Hitze. Die Aktivierungszeit muß also ausreichend lang sein. Und dann werden die schnellsten Motoren schon ein Weilchen blockieren. Nicht gut.
Andersrum gefragt: Stellt Euch mal vor, es war so: Die Original-Röllchen waren weich genug, daß das Getriebe in Endstellung durchrutscht ... ist doch genial? Hat doch nur Vorteile?? Also warum nicht ????????????????
Schönen Gruß,
H.

P.S.: Würde schon sagen, daß Du bei holzharten Röllchen einen knallharten Anschlag hast!!!
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Stuttgarter1975
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Stuttgarter1975 »

Vielleicht zerlegst Du einfach mal Deinen Klappenmotor bzw. genauer gesagt das "Röllchengetriebe" und machst mal ein paar Abstandsmessungen. Besonders würde mich interessieren, auf welchen Durchmesser die Röllchen zusammengedrückt werden müssten, damit das Ganze durchrutschen kann (Fig. 4 in Jag Daniels' Zeichnung). Ohne das selbst nachgemessen zu haben kann ich Dir versprechen, dass das nur mit extrem verformbaren / elastischen Materialien möglich wäre, die außerdem sofort wieder ihre Ausgangsform annehmen, also z.B. ein Stückchen Gummischlauch oder ein Schwamm, worauf die Brösel, die einem beim Öffnen des Getriebes entgegenkommen, sicherlich nicht hindeuten. Auf Jag Daniels' Zeichnung sieht man schön das Getriebe in Endstellung bei Fig. 3.. Das Getriebe bleibt nicht mit einem Schlag stehen (was auf's Material ginge), sondern es wird quasi ausgebremst, indem sich die Röllchen verklemmen.
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Ratte
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Ratte »

Hoggi hat geschrieben: Würde schon sagen, daß Du bei holzharten Röllchen einen knallharten Anschlag hast!!!
Alleine die Verbindungsstange zu den Klappen wirkt schon als richtig gute Torsionsfeder, so daß von "knallhartem Anschlag" nicht die Rede sein kann.
Gar durchdrehen mit elastischen Röllchen: No way!

Hoggi
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Re: Klappenmotor oder die berühmte "Röllchenfrage" die X-te

Beitrag von Hoggi »

Die Originalröllchen müssen etwa auf halben Durchmesser zusammengedrückt worden sein. Und die Kräfte dort sind schon sehr hoch, wenn man sich den Schneckenantrieb und das kräftige Motörchen so anschaut.
Nee, das geht! Eine gute Lösung. Werd mal ein bissl Fachliteratur wälzen, irgendwo muss ja dieses Getriebe dokumentiert sein. Oder ich schreib ans Chryslermuseum oder an Allpar.
H.
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