Lautes Klappern aus Bereich Ölwanne + weißer Qualm

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3DH
Beiträge: 59
Registriert: Di 14. Jul 2009, 23:32
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Lautes Klappern aus Bereich Ölwanne + weißer Qualm

Beitrag von 3DH »

Hi,

ich habe seit einem Monat ein lauter werdendes sehr deutliches Klappern aus dem Bereich der Ölwanne bei kaltem Motor - hört sich an, als würde ein Blech laut vibrieren/klappern.

Habe mich extra unters Auto gelegt, an der Ölwanne und der darüber befindlichen mittels Keilriemen angetriebenen Welle ist das Geräusch eindeutig am lautesten wahrnehmbar. Somit scheiden Hydros & Co. definitv aus. Welcher Gang eingelegt ist und ob im Stand oder während der Fahrt ist dabei egal.

Komisch ist nur, dass bei warmen Motor oder höheren Drehzahlen (> 2000 U/min) das Klappern kaum bzw. nicht mehr hörbar ist.

Weiterhin qualmt der Wagen seit ner Woche verstärkt weißlich - auch drückt Öl aus einer der Zündkerzen (Kopfdichtung wurde vor kurzem gewechselt).

Hat jemand eine Ahnung was das sein könnte?

Viele Grüße aus Schwerin,
Chris

Hoggi
Beiträge: 1896
Registriert: So 4. Mär 2007, 08:23

Beitrag von Hoggi »

Hi,

damit die Diskussion mal losgeht:

Klappern:
Könnte das ein Pleuellagerschaden sein? Werden die leiser, wenn der Motor warm wird? Man könnte natürlich die Kurbelwelle und die Pleuellager überholen, ist aber wohl nicht zu bezahlen, wenn man es nicht selber machen kann. (Oder Walter Hermes fragen?) Hab mal was über einen Billigreparatur gelesen: Man kann wohl einfach neue Lagerschalen montieren, irgendwie mit einem Trick. Man muß die Kurbelwelle dabei drehen oder so.

Der weiße Qualm war bei mir aufgetreten wegen defekter Ventilschaftdichtungen. Besonders beim Anfahren nach Leerlauf. Man kann neue Dichtngen selber einbauen. Das Hauptproblem ist, daß man dazu den Zylinder unter Preßluft setzen muß, damit das Ventil nicht reinfällt. Ich habe das anders gelöst: Statt Preßluft ein Nylonseil (ca. 2 m) durchs Kerzenloch eingeführt, dann den Kolben hochgedreht: Voilà, die Ventile sind blockiert und und können versorgt werden.

Viel Glück,

H.

P.S.: Wer hat andere Vorschläge ?
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

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OLK'93
Beiträge: 946
Registriert: Sa 17. Feb 2007, 00:44

Beitrag von OLK'93 »

Man kann auch das alu-papier zb. aus den zigarettenschachteln in die lagerschalen tun und hat dann für so 20.000 km erstmal ruhe :twisted:
Länger halt das wohl nicht aber ist günstig :P
93er Cabrio 3,0 V6 automatik, 194.970 km + 2. A604 ist 126 tkm drin
Mods: 3.3er TB + 32 lbs Injectors, Ported Plenum, Phenolic Spacers, Saugdruck + Air/Fuel + AT-ÖL-Temp Anzeigen, ATF-Ablasschraube, FZV Waeco MT-100, Klappi, Flash-SBEC, Haube Emblem

3DH
Beiträge: 59
Registriert: Di 14. Jul 2009, 23:32
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Beitrag von 3DH »

Hi,

Ok, dann hab ich ja nen echten Hauptgewinn - denn vor ein paar Monaten musste ich nach 7 Jahren Fahrfreude meinen BMW wegen Lagerschaden weggeben :-(

Hab echt ein gutes Händchen für Autos - zweimal das Gleiche direkt hintereinander - geil.

Somit muss ich mich wohl erstmal nach nem Austauschmotor umschauen... der Baron entpuppt sich zum echten Geldgrab :-(

ciao,
Chris

Kutte

Beitrag von Kutte »

[quote="Hoggi"]Hi,

Klappern:
Könnte das ein Pleuellagerschaden sein? Werden die leiser, wenn der Motor warm wird? Man könnte natürlich die Kurbelwelle und die Pleuellager überholen.. ]

Ich kann zwar keinen Rat geben - leider - aber an dieser Stelle würde ich gerne eine Anmerkung/Frage einbringen:
Vor ca. 6J fing mein Baron im Winter bei jedem Start an leicht zu "tackern". Zunächst verschwand es schnell wieder. Zunehmend blieb das Geräusch länger und inzw. ist es bei jedem Kaltstart mind. 3 Min zu hören. Meine freie Werkstatt identifizierte dies als ein Klappern der Hydrostößel und sagte, so lange das Tackern noch aufhört, kann man es ignorieren.
Kann dies jemand bestätigen oder dementieren?
Karsten

walter_hermes
Beiträge: 473
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Beitrag von walter_hermes »

Hallo Kutte und ihr "Klapperer",
Hydrostössel ist vermutlich die Ursache.
Die müssen sich nämlich über ihre Ölversorgung selber aufpumpen.
Öl dick (Kartstart) dauert das länger, bis Ventile dann spielfrei laufen.
Allerdings, wenn das zu lange dauert, kann der Hydro auch defekt sein.
Ich fahre 5W40er Öl, da klappert nix mehr, gerade auch jetzt im Winter
wieder. Häng das Ohr über den ZylDeckel, dann hörst es genauer oder
mit dem Schraubenzieher drauftasten.
Besser, den Deckel runter und laufen lassen, dann weist genau, welcher
Stößel spinnt. Den oder die kann man dann gleich austauschen.
Pleuelgeräusche werden mit zunehmender Öltemperatur lauter, weil
der Ölfilm da dünner wird, gilt auch für Kurbelwellenlagerspiel.
Gruß Walter
Vorerst keine Barone mehr, nur noch wenige Ersatzteile
DB E- Klasse S 211 T-Modell, VW T4,
Wohnmobil Niesmann Clou Trend 770 G
BMW R100R, 2 Heinkelroller, Vespa TPH 125,
1 Velosolex
Honda Dominatoren RD02 und RD08

walter_hermes
Beiträge: 473
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Beitrag von walter_hermes »

Hallo Hoggi,
die Idee mit der Schnur im Brennraum find ich super.
Das Gerödel mit der Pressluft kannste eh vergessen.
Mal ne Frage: gehen die Ventilfedern an der Nockenwelle vorbei
oder muss diese raus? Hab mir gerade einen ausgebauten Kopf
angeschaut, kann es aber nicht erkennen. Geht wohl Spitze-Knopf?
Übrigens, Pleuellager kann man wechseln ohne dass die Kolben
raus müssen.
Noch was zum Thema Klappern. Hab da einen 2,5er Motor ohne Turbo,
mit Ausgleichswellen, der klappert auch, aber erst ab so 2000UpM.
Das ist ein grobes Geräusch, läuft mit der Drehzahl mit.
Hier hab ich den Verdacht (hoffendlich stimmts),
dass die Ausgleichswellen die Ursache sind.
Die schmeiss ich dann sowieso raus (nur die Wellen mit Antrieb),
sind überflüssig
(das Thema hatten wir hier schon mal behandelt).
Kann aber auch ein echter Lagerschaden sein, werd es bald wissen.
Gruß Walter
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Hoggi
Beiträge: 1896
Registriert: So 4. Mär 2007, 08:23

Beitrag von Hoggi »

Hallo Walter,

ich hab das nur mal bei dem 6 Zyl - Motor gemacht, da mußte man die Rocker-Assembly rausnehmen, die Nockenwellen bleiben drinnen.

Beim 4-Zylinder weiß ich es leider auch nicht. Man muß halt mit dem Federspanner von oben drauf können.

Um das Nylonseil durchs Kerzenloch zu bekommen, sollte man sich zumindest beim 6-Zyl.-Motor ein passendes Röhrchen aus Schreibmaschinenpapier basteln.

Das mit den Ausgleichswellen finde ich schade. Die sind doch nur wenig belastet, wieso sollen die einen Lagerschaden bekommen ? Wenn sie natürlich wirklich hinüber sind... Beim Ausbau muß man wohl aufpassen, daß danach keine Ölbohrungen unbedeckt bleiben, sonst gibt es ja keinen Öldruck mehr.

Motoren, die eigentlich Ausgleichswellen haben, sind meines Wissens nur für Mexiko ohne Ausgleichswellen geliefert worden. Wahrscheinlich haben irgendwelche Arroganzler gedacht, daß die Grobmotoriker da unten den Unterschied nicht merken. Wahrscheinlich bringen sie wirklich wenig an Laufruhe. Aber imerhin...schaden tun sie nicht und Extra-Sprit kosten sie auch nicht. Oje, jetzt geht die Diskussion wieder los... :-)

Übrigens, nun sind wir bei 3DHs Fall bei den Hydros angekommen...die hatte er aber ausdrücklich ausgeschlossen als Ursache.

H.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

3DH
Beiträge: 59
Registriert: Di 14. Jul 2009, 23:32
Kontaktdaten:

Beitrag von 3DH »

Hi,

hm, noch hab ich keinen genauen Verdacht, was es wirklich ist - klar ist nur, dass das Geräusch aus dem Unterbodenbereich - besonders aus dem Bereich der Abgasanlage am Krümmer kommt - als ich unter dem Auto gelegen hab wars kaum zu unterscheiden, obs nun von der Ölwanne oder den ein paar Zentimeterchen entfernten Krümmer kommt.

Klappernde Hydros hab ich bereit bei nem anderen Fahrzeug erlebt - kann ich wirklich ausschliessen. Bei geöffneter Motorhaube ist das Geräusch fast gar nicht zu hören - erst wenn man wider auf Höhe Fahrertüre ist, da ist das metallische/blecherne Klappern am lautesten.

Naja, der Motor soll eh raus - dann wird sich das Problem hoffentlich gleich mit lösen.

An dieser Stelle Danke für eure Antworten und Tipps!

ciao,
Chris

walter_hermes
Beiträge: 473
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Beitrag von walter_hermes »

Hi Hoggi,
danke für die Antwort. Mit 3DH`s Klappern ist das so eine Sache.
Generell halte ich mich raus, weil Klappern lässt keine Ferndiagnose zu.
Und zwischen Blechgeräusch und evtl. Lagerschaden kann man normaler-
weise schon unterscheiden. Da müsste man selber mal hören.
Zu den Ausgleichswellen sei noch gesagt, es sind nicht die Wellenlager,
die hier Probleme machen, sondern der Kettenantrieb. Hab Motoren
zerlegt, deren Kette total ausgelängt war und sich über den Gleitschuh
absolut nicht mehr spannen ließ. Heißt dann, dass die Wellen bei
Lastwechsel ein Eigenleben führen und die Kette dann schlägt und die
Wellen genau genommen nicht mehr 100% syncron laufen.
Maßnahme: Wellen mit Lagerböcken raus und alle Ölkanäle (sind wohl nur 2)
verschließen. Vorteil: geringere Massen und mehr Öl im Motor, gut für
Schmierung und Temperatur.
Über die Massenkräfte 3. Ordnung hab ich schon geschrieben, sind
bedeutungslos. Es fahren ja baugleiche Motoren mit und ohne solche
Wellen, da ist subjektiv kein Unterschied erkennbar.
Ich werde wieder darüber berichten, wenn der Erste ohne die Wellen dreht.
Gruß, Walter
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