Winterpause

Technische Fragen an die Gemeinde....

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k_m_333
Beiträge: 101
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Winterpause

Beitrag von k_m_333 »

Hallo,

Nur mal so eine Frage, wie Überwintert ihr eure Auots?
Bin am letztem Wochenende, bei herrlichen Wetter die letzte Tour gefahren. Jetzt steht das Auto in der Garage, mit Plane abgedeckt und Batterie abgeklemmt. Sonst hab ich nichts gemacht.
Werde das Auto im nächste April wieder in Betrieb nehmen.

Schöne Grüsse und einen schönen Winter!
Bis zum nächste Frühjahr!
93er 3.0L LeBaron Conv. Automatik 105.000km, rot mit AHK

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arnd
Site Admin
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Re: Winterpause

Beitrag von arnd »

Meiner fährt den Winter ja durch, aber wenn es ein trockener, abgeschlossener Garagenplatz ist kann man meiner Meinung nach folgendes machen.

Tank voll machen
Reifen mit ca. 1 Bar über normal füllen
Wagen von innen und außen reinigen und gut trocknen lassen
darauf achten, dass z.B. kein Wasser in den Schwellern ist
Verdeckspannhebel öffnen (Nicht Verdeck falten sondern nur entspannen)
Dichtungen einpflegen
Fenster einen Spalt öffnen (nicht so, dass sich Mäuse einnisten können...)
Batterie abklemmen
Abdecken nicht mit Plane, sondern mit einer atmungsaktiven Abdeckung. Sonst kann sich Schwitzwasser bilden

Fällt noch jemanden was ein?

Gruß Arnd
Le Baron Cabrio 3,0 V6 automatik, BJ 1991

Hoggi
Beiträge: 1890
Registriert: So 4. Mär 2007, 08:23

Re: Winterpause

Beitrag von Hoggi »

Bei mir gibt es noch einen flachen Stecker im "valley" zwischen Ventildeckel und Ansaugung. Den lösen, dann sind Zündung und Einspritzung lahmgelegt, wenn man den Motor alle 2 Wochen mal mit dem Anlasser durchdreht.

Auto milde aufbocken, so daß die Räder noch etwas tragen.

Auspuff innen trocken halten.

Alle Theorie für mich, ich muß fahren, jeden Tag 33km, auch im Winter, meistens offen.

H.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

Uli
Beiträge: 403
Registriert: So 18. Feb 2007, 19:06

Re: Winterpause

Beitrag von Uli »

Hallo!

Alle zwei Wochen den Motor mit dem Anlasser durchdrehen? Das halte ich aber für eine merkwürdige Idee..... :cry:

Den mit Abstand verschleissfördenden Vorgang im Leben eines Autos freiwillig mit richtig kalten Lagern und Öl regelmässig wiederholen?

Dabei Kondenswasser ins Öl 'unterrühren' ohne, dass es wieder ausgasen kann?

Die Nockenwelle sieht dabei erst gar kein Öl.....

Ts,ts,ts.... Also, auf so eine Idee käme ich NIE im Leben. Wenn er bei mir im Winter angemacht wird, läuft er aber mind. eine halbe Stunde, damit sich etwas Temperatur bildet.

mfg

Uli

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OLK'93
Beiträge: 946
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Re: Winterpause

Beitrag von OLK'93 »

Bin zwar auch daily driver, aber vom hörensagen her sollte man während der auto-standzeit die batterie abklemmen und alle 3-4? wochen an nen intelligenten ladegerät dranhängen, dass die batterie ent- und geladen wird. Mein nachbar der seine mopeds überwintern lässt schwört dadrauf :wink:
93er Cabrio 3,0 V6 automatik, 194.970 km + 2. A604 ist 126 tkm drin
Mods: 3.3er TB + 32 lbs Injectors, Ported Plenum, Phenolic Spacers, Saugdruck + Air/Fuel + AT-ÖL-Temp Anzeigen, ATF-Ablasschraube, FZV Waeco MT-100, Klappi, Flash-SBEC, Haube Emblem

werner
Beiträge: 443
Registriert: So 25. Feb 2007, 23:51

Re: Winterpause

Beitrag von werner »

Das Cabriodach aufzulassen über Winter ist keine gute Idee! Besser ist das Dach zuzulassen, damit sich die Spannung gleichmässig über das gesamte Dach verteilt und die Dachhaut stramm bleibt. Sonst kommt der Crash im Früjahr, wenn die Dachhaut aus der totalen Entspannung wieder in die totale Spannung kommt und dadurch einreissen kann...
LeBaron2.2TurboCabrioGTC89

Hoggi
Beiträge: 1890
Registriert: So 4. Mär 2007, 08:23

Re: Winterpause

Beitrag von Hoggi »

Hi Uli,

das kann man schon machen. Verschleiß passiert nur, wenn der Motor zündet, aber noch kein Öldruck da ist und das Öl in der Pause zurückgelaufen ist.

Man sollte auf jeden Fall zuerst ohne Zündung und Einspritzung den Motor gründlich durchdrehen und Öldruck aufbauen, wenn man das Auto aus dem Winterschlaf holt.

Das Durchdrehen zwischendurch schont die Ventilfedern, von denen ja sonst einige die ganze Zeit voll komprimiert wären.

Außerdem werden die Zylinderwände geschmiert. Sonst könnten die Ringe mal festsitzen und brechen.

Soviel Kondenswasser ist da nicht im Spiel, normalerweise. Sonst halt Ölwechsel im Frühling.

H.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

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Dunkelbierkoenig
Beiträge: 216
Registriert: Di 12. Jan 2010, 16:10

Re: Winterpause

Beitrag von Dunkelbierkoenig »

kommt drauf an wieviel stress man sich machen möchte. gibt zB. extra motor-innen-konservierer, den man vor dem abstellen bei abgezogenem zentralen zündkabel in die drosselklappe "einatmen" lässt. dann ölgetränkte lappen in auspuff und ansaugschlauch...minimiert kondenswasser. ferner kann man auch wenn man hat ein paar alte nicht mehr tüv-fähige reifen aufziehen, hat den vorteil, dass der wagen auf den dafür vorgesehenen punkten lastet und im notfall rangierbar ist, aber sich die reifen nicht eckig stehen. dann gibts noch benzinstabilisator, welcher wohl das wasser im tank binden soll, damit es auf der letzten fahrt verbrannt wird.
nächste sache ist das entlasten der wischerblätter, die mögen es auch nicht, wenn sie den ganzen winter über aufliegen.
ferner sollte der wagen gründlich gewaschen und gewachst werden, bevor er abgestellt wird. man kann auch durchaus die chromteile mit wachsen, das schadet denen nicht, sorgt aber für frischen glanz bei der politur im frühjahr. die batterie am besten an ein intelligentes ladegerät oder einfach abklemmen, je nach dem wie wichtig einem die batterie tatsächlich ist. je nach dem ob die garage beheizt ist bzw am haus ist oder nicht selbstverständlich alle frostschütze (tolles wort :D ) überprüfen.
es gibt auch leute, die auf einen ölwechsel vor dem abstellen schwören, damit sich agressive stoffe nicht im winter ansammeln bzw ihr zestörerisches werk in aller ruhe vollziehen können.
unterbodenschutz kontrollieren/erneuern schadet auch nicht.
gab da vor ein oder zwei jahren in der oldtimer markt mal n sehr ausführlichen bericht darüber, und auch wie man das auto im frühjahr am besten wieder weckt. ich kann auf wunsch gerne auch dazu noch mehr beisteuern.

und das obwohl ich meinen armen baron auch den ganzen winter über durch quäle....
:roll:
1990er LeBaron Convertible 3l V6
1961er Dodge Polara 4d Sedan D-500
1972er Wartburg 353 deLuxe
1971er Kreidler Florett LF

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k_m_333
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Re: Winterpause

Beitrag von k_m_333 »

Hallo,

Danke für die vielen Antworten und Meinungen. Denke die "einfache" Methode sollte für 5 Monate Standzeit reichen. Die Garage ist geheizt, sollte wenig Probleme machen.
Begebe mich jetzt auch in die Winterpause nach Thailand.

Gruss
Bis zum nächsten Jahr!
93er 3.0L LeBaron Conv. Automatik 105.000km, rot mit AHK

Uli
Beiträge: 403
Registriert: So 18. Feb 2007, 19:06

Re: Winterpause

Beitrag von Uli »

Hoggi hat geschrieben:Hi Uli,

das kann man schon machen.

Ich sagte ja auch nur, dass ich es NIE machen würde....... Je nach technischem Sachverstand kann man Spass daran haben, den Motor zu 'quälen'.

Verschleiß passiert nur, wenn der Motor zündet, aber noch kein Öldruck da ist und das Öl in der Pause zurückgelaufen ist.

Das ist natürlich absolut falsch. Bis Öl da ist, läuft Welle auf Lagermetall. Mit der Zündung hat das nichts zu tun. ( mein tägliches Brot ist das Auslegen von Getrieben.... welchen, wo ein Lager 15-30000 EUR kostet. Da spricht man mit den Kunden schon mal über das Thema).Lieber 1000 km stationärer Betrieb als ein Kaltstart.

Man sollte auf jeden Fall zuerst ohne Zündung und Einspritzung den Motor gründlich durchdrehen und Öldruck aufbauen, wenn man das Auto aus dem Winterschlaf holt.

Dann achte mal darauf, wie lange es dann dauert, bis die Öllampe erlischt. Und vergleiche mit einem 'gezündeten' Start. Die Differenz an Zeit hast Du den Motor unnütz erheblichen Verschleiss zugefügt.

Das Durchdrehen zwischendurch schont die Ventilfedern, von denen ja sonst einige die ganze Zeit voll komprimiert wären.

Ja, und? Du kennst die Eigenschaft von Federstahl?

Außerdem werden die Zylinderwände geschmiert. Sonst könnten die Ringe mal festsitzen und brechen.

Das aber nur, wenn ein Kolbenbodenschmierung vorhanden ist

Soviel Kondenswasser ist da nicht im Spiel, normalerweise. Sonst halt Ölwechsel im Frühling.

Braucht man nicht zu machen. Bei der ersten ordentlichen Erwärmung ist das Wasser aus dem Motor getrieben.
H.
mfg

Uli

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Der Messias
Beiträge: 375
Registriert: Fr 19. Feb 2010, 18:31

Re: Winterpause

Beitrag von Der Messias »

Meine Meinung nach ist das Durchdrehen des Motors ohne Warmlaufphase tödlich.Es heißt nicht umsonst viel Kurzstrecken ist der Tod von einem Auto.Im kalten Zustand ist das Öl nicht so fließfähig da es dickflüssiger ist und nur erschwert zurücklaufen kann.Die Reste die dabei in den Kanälen bleiben bilden Verstopfungen und den sogenannten Schwarzschlamm.Ist der Motor warm so ist das Öl dünnflüssig und kann problemlos zurücklaufen in die Ölwanne


mfg
Guido
Zuletzt geändert von Der Messias am Do 18. Nov 2010, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
Schwarzes Schlitzauge BJ 94 3LV6
grünes Schlitzauge Bj95 3LV6

Uli
Beiträge: 403
Registriert: So 18. Feb 2007, 19:06

Re: Winterpause

Beitrag von Uli »

.....also, 'Schwarzschlamm' - habe ich zwar noch nie gehört -, vielleicht ist ja Ölkohle gemeint, hat nun nichts mit meinem statement zu tun.

Ölkohle - und damit der Schlamm - entsteht durch örtlich Überhitzung des Öles. Z.B. beim Abstellen eines heissen Turbos. Oder auch in heissen Bereichen des Zylinderkopfes, wo zuwenig Ölfluss vorhanden ist.

Diese produziert man nicht durch Kaltstarts. Nochmal: Beim Kaltstart reibt Metall auf Metall, da noch kein Öl dazwischen gepresst wurde. Beim Warmstart reibt auch Metall auf Metall, das Öl ist aber viel schneller in der Lagerstelle und damit wird der Abrieb herabgesetzt.

mfg

Uli

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omafits
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Registriert: Mo 16. Jul 2007, 12:44

Re: Winterpause

Beitrag von omafits »

Also ich mache es auch so nach ner überholung vom kopf erst mal Öldruck aufbauen und dann starten , alleine die drehzal ist schon tödlich für trockene lagerschalen , eh man die teile sind trocken und du knalst da sofort mit 1000 umdrehungen drauf , logisch ist an deinem tip nicht viell :wink:

Nicht das durchdrehen ohne warmlaauf ist tödlich , sondern das hochdrehen :twisted:

Wenn man nach dem winter nen Ölwechsel macht kann man die zylinder auch mit wd40 einspühen , und den motor einfach von hand ein mal durchdrehen . aber kerzen wider rein schrauben , wegen der feuchtigkeit :wink:
1989 TC Turbo

Uli
Beiträge: 403
Registriert: So 18. Feb 2007, 19:06

Re: Winterpause

Beitrag von Uli »

Hallo!

Jeder mag seinen Zylinderkopf zusammenbauenn, wie er will...... :shock:

Aber ich habe noch nie gesehen, dass ein Kopf, eine Einspritzpumpe, eine Ausgleichswelle trocken eingebaut worden wäre...... :(

Drehzahlen sind nicht tödlich ( wieso auch ?). Verschleissend ( aber nicht tödlich) ist jede Umdrehung mit nicht ausreichend tragendem Ölfilm im Lager. Bzw. an der Zylinderwandung.

Und wie schnell die Öllampe ausgeht ( und damit ein bestimmter Öldruck erreicht ist) kann ja jeder selber ausprobieren.

Und für diejenigen, denen noch ein paar Zusammenhänge fehlen: Kaltes Öl baut zwar schnell Öldruck auf (Lampe geht aus), muss aber auf Grund seiner Zähigkeit noch lange nicht jeden Schmierspalt erreicht haben). Wenn warmes, dünnflüssiges Öl Druck aufbaut, ist sehr viel mehr Öl an den Lagerstellen.

mfg

Uli

walter_hermes
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Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Re: Winterpause

Beitrag von walter_hermes »

Hallo,
ein Kompliment an Uli.
Absolut richtig, hier spricht der Fachmann über
die hydrodynamische Schmiertheorie und räumt
mit alten Vorurteilen und Halbweisheiten auf.
Wir vom Fach wissen um diese Dinge, aber es
glaubt halt doch nicht jeder, drum wird da oft
viel Unsinn fabriziert.
Gruß Walter
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